Bevor Du überhaupt den ersten Wurf machst, solltest Du Dir eine ganz entscheidende Frage stellen: Blei vs. Glas
Fische ich heute meine Montage mit Blei oder mit Glas (Ghost)?
Viele unterschätzen diesen Punkt.
In der Praxis ist es aber oft genau diese Entscheidung, die darüber bestimmt, ob Du fängst – oder leer ausgehst.
Ich zeige Dir hier aus meiner Erfahrung, wann was wirklich Sinn macht, denn ich fische beides gern. Sowohl solo, als auch als Beschwerung an der Posen- Montage. Doch wann ich welche Beschwerung wähle, das hängt in erster Linie davon ab, wo und in welcher Tiefe sich die Fische aufhalten, bzw. wie klar oder trüb das Wasser ist und auch, ob gerade ein Orkan über den See zieht, oder es recht windstill ist.
Ich wünsche Dir ganz viel Spaß beim Lesen und freue mich, wie immer, über jegliches Feedback und hoffe natürlich, dass Dir dieser Artikel am Wasser weiterhelfen kann. Fragen sind, wie immer, herlich willkommen.
Glas („Ghost“) – natürlich, unauffällig und oft unterschätzt
Glas hat im Vergleich zu Blei eine deutlich geringere Dichte.
Das führt zu zwei entscheidenden Effekten:
- Beim Wurf nutzt Du das volle Gewicht
- Im Wasser wirkt die Montage deutlich leichter
Genau daraus ergeben sich manchmal große Vorteile.
Vorteile von Glas
1. Höhere Wurfweite
Du kannst bei gleicher Pose deutlich mehr Gewicht einsetzen.
Eine 3 gr-Pose steht perfekt im Wasser, wenn sie mit einem Glaskörper mit einem Gewicht von 5gr. beschwert wurde.
Ergebnis:
Du erreichst deutlich größere Distanzen.
2. Sehr geringe Scheuchwirkung
Glas ist unter Wasser kaum sichtbar.
Gerade bei klarem Wasser und vorsichtigen Forellen ist das ein echter Vorteil.
3. Natürliches Sinkverhalten
Die Montage sinkt langsamer und „trägt“ im Wasser.
Das wirkt deutlich natürlicher als ein klassisches Blei.
4. Ideal für Mittelwasser und Oberfläche
Wenn die Forellen aktiv sind und nicht am Grund stehen, ist Glas oft die bessere Wahl.
Nachteile von Glas
1. Aufsteigen beim Einholen
Ein entscheidender Punkt aus der Praxis:
Beim Einkurbeln steigt die Montage nach oben.
Das bedeutet:
Du beginnst eventuell auf Tiefe –
angelst aber nach wenigen Metern über den Fischen hinweg.
2. Schwierige Tiefenkontrolle
Gerade bei grundnah stehenden Forellen wird es schwierig, die gewünschte Tiefe konstant zu halten.
Wann ich Glas einsetze
- Wenn die Forellen im Mittelwasser oder oberflächennah stehen
- Wenn die Fische vorsichtig oder unter Druck sind
- Wenn ich größere Distanzen erreichen möchte
Blei – präzise, kontrolliert und tief
Blei hat eine sehr hohe Dichte.
Und genau das ist sein entscheidender Vorteil:
Es bleibt auch unter Wasser „schwer“.
Vorteile von Blei
1. Schnelles Absinken
Du kommst sofort auf die gewünschte Tiefe.
2. Bleibt konstant auf Tiefe
Auch beim Einholen bleibt die Montage stabil unten.
3. Hohe Kontrolle
Du hast jederzeit direkten Kontakt zur Montage und kannst sie sehr präzise führen.
Nachteile von Blei
- Höhere Sichtbarkeit im Wasser
- Etwas unnatürlichere Köderführung
- Geringere Wurfweite im Vergleich zu Glas
Wann ich Blei einsetze
- Wenn die Forellen tief oder direkt am Grund stehen
- Im Winter oder bei kaltem Wasser
- Wenn ich maximale Kontrolle über die Tiefe brauche
Die einfache Entscheidungsregel
Am Ende lässt sich das Ganze sehr klar zusammenfassen:
Stehen die Forellen oben oder im Mittelwasser → Glas
Stehen die Forellen tief oder am Grund → Blei
Fazit aus der Praxis
Glas ist kein „feines Spielzeug“, sondern ein hoch effektives Werkzeug –
vor allem, wenn es um Distanz, Natürlichkeit und vorsichtige Fische geht.
Blei dagegen ist Dein Werkzeug für Kontrolle, Tiefe und Präzision.
Wer Glas und Blei richtig einsetzt, hat einen klaren Vorteil am Wasser.
Schreib gern in die Kommentare, welche Erfahrungen Du gemacht hast und folge gern meinem Kanal. Ich freue mich sehr über jedes Like und jedes Abo.
Bis zum nächsten Mal
All times – tight lines
Euer Klaus

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