
Lego-Forellen aus dem Forellenzoo?
„Forellenpuff“ kenne ich schon seit Ewigkeiten. „Forellenzoo“ ist mir auch schon das eine oder andere Mal begegnet. Aber vor Kurzem kam noch ein Begriff dazu, den ich tatsächlich noch nicht kannte: Lego-Forellen.
Ich musste erst einmal lachen, weil das Bild zugegebenermaßen nicht ganz schlecht ist. Morgens fährt der Betreiber mit dem Besatzwagen vor, kippt ein paar Fische ins Wasser, vielleicht noch zwei oder drei große Lachsforellen dazu, und anschließend stehen wir Forellenpuff-Angler am Ufer und sammeln die Dinger nur noch ein. So ungefähr scheint zumindest die Vorstellung mancher Angler auszusehen.
Wenn es so einfach wäre, hätte ich mir in den vergangenen Jahrzehnten vermutlich eine Menge Gedanken sparen können.
Was mich an solchen Begriffen allerdings weniger stört als die Haltung, die manchmal dahintersteht. Ein bisschen Spott gehört zum Angeln schließlich dazu, und ich kann über mich selbst durchaus lachen. Problematisch wird es für mich erst dann, wenn aus einem lockeren Spruch plötzlich eine Rangordnung entsteht: Hier der „richtige“ Angler, der irgendwo auf einem riesigen Natursee Barsche, Hechte oder Zander sucht – und dort der Forellensee-Angler, der angeblich nur darauf wartet, dass ihm der nächste Besatzfisch freiwillig in den Kescher springt.
Und genau da frage ich mich: Warum müssen wir Angler eigentlich immer wieder versuchen, unsere eigene Art zu angeln aufzuwerten, indem wir die eines anderen kleiner machen?
Am Forellensee kaufe ich keinen Fisch
Fangen wir vielleicht mit einem der größten Missverständnisse an. Wenn ich morgens an einem kommerziellen Forellensee meine Angelkarte bezahle, kaufe ich keinen Fisch. Ich kaufe Angelzeit an einem bewirtschafteten Gewässer und damit natürlich auch die Aussicht, dass dort ein vernünftiger Fischbestand vorhanden ist.
Ja, selbstverständlich erhöht das meine Wahrscheinlichkeit, einen Fisch zu fangen. Genau deshalb gehe ich schließlich dorthin. Ich würde mich ziemlich wundern, wenn ein Betreiber morgens 50 Euro kassiert und mir anschließend erklärt, dass in seinem See möglicherweise gar keine Forellen schwimmen.
Aber eine höhere Fangwahrscheinlichkeit ist eben noch lange keine Fanggarantie.
Auf meiner Tageskarte steht schließlich nicht: „Herr Illmer, Ihre vier Forellen warten heute zwischen Steg drei und vier. Bitte bis spätestens um 14 Uhr abholen.“
Schade eigentlich. Das würde einiges vereinfachen.
Wer regelmäßig an Forellenseen angelt, kennt die Realität ohnehin. Da steht einer und fängt zehn, zwölf oder zwanzig Forellen, während wenige Meter daneben jemand sitzt, der irgendwann anfängt, an seinem Köder, seiner Montage und vermutlich irgendwann auch an seinem gesamten bisherigen Leben zu zweifeln.
Die Fische sind für beide da.
Wenn allein der Besatz darüber entscheiden würde, wer erfolgreich ist, müssten am Ende des Tages eigentlich alle Angler ungefähr dasselbe Ergebnis haben. Tun sie aber nicht. Und genau an diesem Punkt beginnt für mich das eigentliche Angeln.
Besetzt worden sein heißt noch lange nicht, dass sie leicht zu fangen sind
Natürlich nimmt mir der Forellensee eine Aufgabe teilweise ab: Ich muss nicht erst herausfinden, ob überhaupt Forellen im Gewässer vorhanden sind. An einem 400 Hektar großen Natursee sieht das selbstverständlich anders aus, und wer dort gezielt Barsche, Zander oder Hechte findet, braucht Fähigkeiten, die ich an einem kleinen kommerziellen Forellensee in dieser Form nicht benötige.
Das kann ich völlig neidlos anerkennen.
Ich verstehe nur nicht, warum daraus automatisch folgen soll, dass meine Art zu angeln deshalb anspruchslos oder minderwertig sein muss. Die Schwierigkeit liegt schlicht an einer anderen Stelle.
Am Forellensee weiß ich vielleicht, dass der Fisch da ist. Ich weiß aber noch lange nicht, was ich tun muss, damit er meinen Köder nimmt.
Ich muss beobachten, ausprobieren, verändern und manchmal auch ziemlich schnell akzeptieren, dass meine ach so brillante Idee gerade überhaupt nicht funktioniert. Mal laufen die Fische auf einen Spoon, mal auf einen Gummiköder, mal geht plötzlich mit einer Bienenmade mehr als mit jedem modernen Kunstköder. Mal wollen sie Tempo, mal interessiert sie genau dieses Tempo überhaupt nicht.
Und manchmal kann man die Forellen sogar sehen, was einen erfolglosen Angeltag keineswegs angenehmer macht.
Es gibt nämlich kaum etwas Demütigenderes, als seit zwei Stunden keinen vernünftigen Biss zu bekommen, während die „dummen Lego-Forellen“ vor den eigenen Füßen ihre Runden drehen und der Kollege fünf Meter weiter gerade zum sechsten Mal seinen Kescher ins Wasser hält.
So viel zum Thema Forellen-Zoo.
Muss Angeln möglichst schwierig sein, um „ein richtiger Angler“ zu sein?
Ich glaube, genau hier steckt ein merkwürdiger Denkfehler in manchen Diskussionen. Je größer das Gewässer, je geringer der Fischbestand und je unwahrscheinlicher ein Fang wird, desto anspruchsvoller – und damit irgendwie „echter“ – soll das Angeln sein.
Wenn wir diesen Gedanken konsequent zu Ende führen, wäre der beste Angler am Ende derjenige, der zwölf Stunden lang auf einem möglichst großen Gewässer überhaupt keinen Fischkontakt bekommt.
Das erscheint mir als Definition von Können dann doch etwas gewagt.
Natürlich kann es eine enorme Herausforderung sein, auf einem großen Naturgewässer einen einzelnen Hecht zu finden. Genauso kann es eine Herausforderung sein, an einem kleinen, stark befischten Forellensee herauszufinden, warum die Fische heute jeden Köder ignorieren, obwohl man genau weiß, dass sie da sind.
Das sind unterschiedliche Aufgaben, die unterschiedliche Fähigkeiten verlangen. Warum daraus unbedingt eine Rangliste entstehen muss, erschließt sich mir nicht.
Und dann gibt es da noch die Kinder sowie mobil eingeschränkte Menschen
Dieser Punkt ist mir persönlich fast wichtiger als die ganze Diskussion darüber, welche Angelart angeblich besonders anspruchsvoll ist.
Ich habe im Laufe der Jahre viele Kinderangeln begleitet und dabei immer wieder erlebt, was ein erster Fisch mit einem Kind macht. Wer einmal daneben gestanden hat, wenn plötzlich zum ersten Mal die Rute krumm wird, weiß genau, was ich meine.
Da wird aus einem halbwegs interessierten Kind innerhalb von Sekunden ein völlig aufgeregter kleiner Angler. Plötzlich zieht etwas am anderen Ende der Schnur, es wird hektisch gekurbelt, jemand ruft „Nicht so schnell!“, ein anderer „Weiterkurbeln!“, und wahrscheinlich bekommt der Erwachsene daneben mehr Puls als das Kind selbst.
Dann kommt irgendwann der Fisch in den Kescher.
Und diese Augen vergisst man nicht.
Genau deshalb finde ich die Rolle kommerzieller Forellenseen für Kinder, Jugendliche und Einsteiger so wichtig. Natürlich kann ich mit meinem Kind auch an einen riesigen Natursee fahren und vier Stunden auf Hecht angeln. Vielleicht erleben wir dabei einen großartigen Tag, vielleicht passiert aber auch überhaupt nichts.
Ein erfahrener Angler kann mit so einem Tag wunderbar umgehen. Der hat das Wetter beobachtet, neue Stellen kennengelernt, verschiedene Köder ausprobiert und fährt nach Hause mit dem Gefühl, trotzdem etwas gelernt zu haben.
Ein Kind, das gerade ausprobiert, ob dieses Angeln überhaupt etwas für es ist, bewertet vier Stunden ohne einen einzigen Kontakt möglicherweise etwas anders.
Und genau deshalb finde ich es überhaupt nicht verwerflich, die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges am Anfang bewusst zu erhöhen. Ich muss einem Achtjährigen nicht zuerst beweisen, wie schwierig Angeln sein kann. Ich möchte ihm zunächst zeigen, warum dieses Hobby überhaupt so faszinierend ist.
Manchmal reicht dafür tatsächlich dieser eine Biss, die krumme Rute und der erste selbst gedrillte Fisch.
Und wenn auf der Heimfahrt dann die Frage kommt: „Wann gehen wir wieder angeln?“, dann ist für mich ziemlich viel richtig gelaufen.
Zudem geben kommerzielle Forellengewässer mobil eingeschränkten Menschen wie auch mir, die Möglichkeit, unserer wunderbaren Leidenschaft an einigen mir bekannten Anlagen „barrierefrei“ nachgehen zu können. Es gibt Anlagen mit freiem Zugang zum Wasser, Plateaus, teilweise mit Handlauf, eben Plätze, an denen sogar Menschen angeln können, die auf einen Rollator oder einen Rollstuhl angewiesen sind und die an den freien Gewässern oft schwerlich Zugang zum Ufer finden.
Irgendwo muss Begeisterung anfangen
Wir reden in der Angelszene ständig darüber, dass Nachwuchs fehlt und dass wir Kinder und Jugendliche stärker für unser Hobby begeistern müssen. Gleichzeitig machen wir uns teilweise über genau die Gewässer lustig, an denen viele Einsteiger überhaupt zum ersten Mal einen Fisch fangen.
Das passt für mich nicht ganz zusammen.
Nicht jeder wächst in einer Anglerfamilie auf. Nicht jeder besitzt ein Boot, kennt die besten Stellen an einem großen Vereinsgewässer oder hat jemanden an der Seite, der ihm fünf Jahre lang erklärt, wie man dort erfolgreich angelt.
Ein kommerzieller Forellensee ist vergleichsweise einfach zugänglich, überschaubar und bietet eine realistische Chance auf ein Erfolgserlebnis. Das ist kein Makel, sondern aus meiner Sicht sogar eine seiner größten Stärken.
Begeisterung muss schließlich irgendwo anfangen.
Und wenn sie an einem Forellensee anfängt, ist sie deswegen nicht weniger wert.
Auch an „richtigen“ Angelgewässern wird besetzt
Besonders amüsant wird die Diskussion für mich immer dann, wenn ausgerechnet der Besatz als Beweis dafür herhalten soll, dass Forellensee-Angeln irgendwie künstlich sei.
Denn natürlich werden auch an Vereinsgewässern Fische besetzt.
Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass eine morgens eingesetzte Regenbogenforelle in einem kleinen kommerziellen See mit einem Hecht vergleichbar ist, der irgendwann einmal in ein großes Gewässersystem eingesetzt wurde und dort über Jahre lebt. Besatzdichte, Gewässergröße, Aufenthaltsdauer und Bewirtschaftungsziel unterscheiden sich erheblich.
Aber dann sollten wir auch genau darüber sprechen.
Allein die Tatsache, dass ein Fisch irgendwann einmal eingesetzt wurde, kann jedenfalls kaum darüber entscheiden, ob sein Fang sportlich etwas wert ist oder nicht. Sonst müssten wir künftig vor jedem Fang erst einmal den Stammbaum kontrollieren.
„Entschuldigung, Herr Zander, könnten Sie kurz sagen, ob Ihre Großeltern hier natürlich abgelaicht haben? Sonst darf ich mich nachher vielleicht nicht richtig freuen.“
Das könnte am Wasser etwas kompliziert werden.
Forellenseen schaffen zusätzlichen Angelraum
Ein Aspekt wird in dieser Diskussion außerdem gern übersehen: Kommerzielle Forellenseen schaffen schlicht zusätzliche Möglichkeiten, angeln zu gehen.
Deutschland hat viele Angler, und die wollen irgendwo ihrem Hobby nachgehen. Jeder, der seinen Samstag an einem kommerziellen Forellensee verbringt, sitzt an diesem Tag eben nicht zusätzlich an einem Vereinssee, Fluss oder Kanal.
Ich würde daraus keine große wissenschaftliche Behauptung machen und behaupten, Forellenseen würden messbar sämtliche anderen Gewässer entlasten. Aber dass sie zusätzlichen Angelraum schaffen, dürfte schwer zu bestreiten sein.
Und gerade in dicht besiedelten Regionen finde ich das alles andere als unwichtig.
Der belächelte Forellensee ist nebenbei ein ziemlich großer Markt
Wer Forellensee-Angeln gern als kleine sonderbare Nische abtut, sollte einmal durch einen gut sortierten Angelladen gehen und sich anschauen, wie viel Platz dieses angeblich unbedeutende Hobby dort inzwischen einnimmt.
Da hängen Spoons in unzähligen Formen, Gewichten und Farben. Daneben liegen Gummiköder, Haken, Sbirolinos, Tremarella-Zubehör, Forellenposen, Spezialrollen, Schnüre, Kescher, Taschen, Rutenständer und komplette Rutenserien, die ausschließlich für modernes Forellenangeln oder Trout Area entwickelt wurden.
Und diese Produkte liegen dort nicht, weil die Hersteller ihre Verpackungen so hübsch finden.
Sie werden verkauft.
Hinter dem kommerziellen Forellenangeln hängt inzwischen eine komplette wirtschaftliche Kette. Da sind zunächst Fischzüchter und Transporteure, dann die Betreiber der Anlagen mit Personal, Technik, Futter, Energie und Infrastruktur. Danach kommen Hersteller, Großhändler, Fachgeschäfte und Onlineshops, und inzwischen verdienen natürlich auch Medien, Veranstalter und Content-Produzenten an diesem Bereich.
Mich würde tatsächlich interessieren, welchen Anteil Forellentackle heute am deutschen Angelgerätemarkt besitzt.
Eine belastbare Zahl dazu kenne ich nicht, und ich werde hier auch keine erfinden. Aber wenn große internationale Hersteller komplette Produktlinien ausschließlich für das Forellenangeln entwickeln, kann dieser Markt so bedeutungslos kaum sein.
Kein Unternehmen entwickelt über Jahre Ruten, Rollen, Köder, Schnüre und Zubehör für eine Zielgruppe, die wirtschaftlich nicht existiert.
Vielleicht ist der belächelte „Forellenzoo“ also größer, als manche denken.
Und genau deshalb finde ich die Überheblichkeit so merkwürdig
Vor allem innerhalb der Angelbranche sollten wir uns eigentlich zweimal überlegen, ob wir bestimmte Formen unseres Hobbys kleinreden.
Denn letztlich leben wir alle davon, dass Menschen angeln wollen. Hersteller brauchen Kunden, Händler brauchen Kunden, Gewässerbetreiber brauchen Gäste und Vereine brauchen neue Mitglieder.
Ein Kind, das heute an einem Forellensee seinen ersten Fisch fängt, kann in ein paar Jahren begeisterter Raubfischangler sein. Oder Karpfenangler. Oder Fliegenfischer. Oder eben weiterhin Forellenangler.
Vielleicht kauft es irgendwann die erste hochwertige Rute, später die zweite und dann irgendwann viel zu viele Köder, von denen selbstverständlich jeder einzelne unbedingt notwendig war.
Spätestens dann wissen wir: Der Nachwuchs ist endgültig im Hobby angekommen.
Warum sollten wir also ausgerechnet den Einstieg lächerlich machen, von dem unser Hobby und letztlich auch die gesamte Branche lebt?
Vielleicht nehmen wir unsere eigenen Schubladen einfach zu wichtig
Ich glaube ohnehin, dass hinter vielen dieser Diskussionen etwas ziemlich Menschliches steckt.
Irgendwann sagen wir nicht mehr: „Ich angle gern auf Barsch“, sondern: „Ich bin Barschangler.“
Der andere ist Fliegenfischer, Karpfenangler, Meeresangler, Trout-Area-Angler oder klassischer Forellensee-Angler. Und sobald wir uns selbst über eine Gruppe definieren, entsteht erstaunlich schnell die Versuchung, diese Gruppe ein kleines bisschen höher einzuordnen als die andere.
Dabei stehen wir am Ende alle irgendwo mit einer Angelrute am Wasser und versuchen, einen Fisch davon zu überzeugen, einen Köder ins Maul zu nehmen.
So wahnsinnig unterschiedlich sind wir vielleicht doch nicht.
Ich muss Barschangeln nicht kleiner machen, damit Forellenangeln für mich interessant bleibt. Ich kann einen guten Hechtangler bewundern, ohne deshalb meine eigene Angelei für minderwertig zu halten. Ich kann anerkennen, dass ein Fliegenfischer Fähigkeiten besitzt, bei denen ich vermutlich nach zehn Minuten den nächstgelegenen Baum dekoriert hätte, und trotzdem weiterhin mit Freude an meinen Forellensee fahren.
Respekt funktioniert schließlich in beide Richtungen.
Wer fängt, hat Recht
Ich sage gern: „Wer fängt, hat Recht.“
Damit meine ich nicht, dass derjenige mit den meisten Fischen automatisch der beste Angler am Wasser ist. Gemeint ist etwas anderes: Der Fisch interessiert sich herzlich wenig für unsere Ideologien.
Die Forelle weiß nicht, ob ich Trout Area betreibe, Tremarella fische oder einen klassischen Sbirolino montiert habe. Sie kennt keine Diskussion darüber, welche Methode moderner, anspruchsvoller oder sportlich wertvoller ist. Sie weiß auch nicht, ob mein Köder aus Japan kommt oder aus einer Grabbelkiste im Angelladen.
Sie reagiert darauf.
Oder eben nicht.
Und manchmal denke ich, dass der Fisch damit wesentlich entspannter umgeht als wir Angler.
Dann nennt sie eben Lego-Forellen
Deshalb werde ich vermutlich auch weiterhin über „Lego-Forellen“ lachen können. Von mir aus nennt den See Forellenzoo, Forellenpuff oder was euch sonst noch einfällt.
Ich weiß ziemlich genau, warum ich dort angle.
Mich fasziniert diese Angelei gerade deshalb, weil sie trotz der vermeintlich einfachen Voraussetzungen unglaublich vielseitig sein kann. Ich mag diese Momente, in denen ich glaube, die Lösung gefunden zu haben, und die Forellen mir fünf Minuten später sehr deutlich zeigen, was sie davon halten.
Und ich mag es besonders, wenn jemand am Wasser seinen ersten Fisch fängt und plötzlich versteht, warum wir uns seit Jahren freiwillig bei Wind, Regen und viel zu frühen Uhrzeiten an irgendwelche Gewässer stellen.
Deshalb müssen andere meine Art zu angeln gar nicht toll finden.
Ich wünsche mir nur ein bisschen weniger von dieser merkwürdigen Vorstellung, dass die eigene Angelart automatisch größer wird, wenn man die eines anderen kleiner macht.
Denn wenn in einem angeblichen „Forellenzoo“ ein Kind seinen ersten Fisch drillt, ihn anschließend mit strahlenden Augen in den Händen hält und auf der Heimfahrt fragt:
„Wann gehen wir wieder angeln?“
dann hat dieser Forellenzoo an diesem Tag vielleicht mehr für die Zukunft unseres Hobbys getan, als man ihm auf den ersten Blick zutrauen würde.
Und das finde ich ziemlich schwer lächerlich zu machen.
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