Kategorie: Fragen-Freitag

Jeden Freitag beantwortet Klaus Illmer Leserfragen rund um modernes Forellenangeln, Trout Area, UL-Fischen, Montagen und Köderführung. Expertenwissen aus 48 Jahren Praxis.

  • Fluorocarbon oder monofile Schnur – welche ist besser beim Forellenangeln??

    Beim Forellenangeln stellt sich früher oder später fast jeder Angler eine wichtige Frage:
    Sollte ich Fluorocarbon oder monofile Schnur verwenden?

    Beide Schnurarten haben ihre Vorteile – aber auch klare Nachteile. Während manche Angler komplett auf Fluorocarbon schwören, bleiben andere lieber bei klassischer monofiler Schnur.

    In diesem Artikel schauen wir uns deshalb genau an:

    • was Fluorocarbon eigentlich ist
    • welche Vorteile Fluorocarbon bietet
    • wann monofile Schnur die bessere Wahl ist
    • und welche Schnur sich beim Forellenangeln wirklich bewährt hat

    Am Ende weißt du genau, wann du welche Schnur einsetzen solltest.


    Was ist Fluorocarbon?

    Fluorocarbon ist eine Angelschnur aus Polyvinylidenfluorid (PVDF). Dieser spezielle Kunststoff hat eine Eigenschaft, die ihn beim Angeln besonders interessant macht:

    Der Lichtbrechungsindex von Fluorocarbon ist dem von Wasser sehr ähnlich.

    Das bedeutet vereinfacht gesagt:
    Unter Wasser ist die Schnur deutlich schwerer zu erkennen als viele andere Angelschnüre.

    Genau deshalb wird Fluorocarbon vor allem als Vorfachmaterial eingesetzt.

    Gerade beim Forellenangeln in klaren Gewässern kann das ein entscheidender Vorteil sein, da Forellen sehr gute Augen haben und misstrauisch reagieren können.


    Vorteile von Fluorocarbon beim Forellenangeln

    Kaum sichtbar unter Wasser

    Der größte Vorteil von Fluorocarbon ist seine geringe Sichtbarkeit im Wasser.

    Besonders in:

    • klaren Bächen
    • Forellenseen
    • stark befischten Gewässern

    kann eine möglichst unauffällige Schnur den Unterschied zwischen Biss oder keinem Biss ausmachen.

    Viele Forellenangler setzen deshalb auf Fluorocarbon-Vorfächer.


    Hohe Abriebfestigkeit

    Fluorocarbon ist deutlich abriebfester als viele monofile Schnüre.

    Das ist besonders wichtig in Gewässern mit:

    • Steinen
    • Muscheln
    • Holz
    • Unterwasserhindernissen

    Hier kann eine normale Schnur schnell beschädigt werden, während Fluorocarbon deutlich länger durchhält.


    Fluorocarbon sinkt schneller

    Ein weiterer Vorteil ist das höhere spezifische Gewicht.

    Fluorocarbon sinkt schneller als monofile Schnur. Das kann Vorteile bringen bei:

    • Spinnfischen mit kleinen Wobblern
    • Forellenblinkern
    • Gummiködern
    • Grundmontagen

    Der Köder erreicht schneller die gewünschte Tiefe.


    Sehr gute Köderkontrolle

    Fluorocarbon hat weniger Dehnung als monofile Schnur.

    Das bedeutet:

    • bessere Bisserkennung
    • direkterer Kontakt zum Köder
    • bessere Köderführung

    Gerade beim aktiven Spinnfischen ist das ein großer Vorteil.


    Nachteile von Fluorocarbon

    Trotz der vielen Vorteile ist Fluorocarbon nicht perfekt.

    Höherer Preis

    Fluorocarbon ist deutlich teurer als monofile Schnur.

    Gerade hochwertige Markenprodukte können schnell ins Geld gehen.

    Deshalb nutzen viele Angler Fluorocarbon nur als Vorfach und nicht als Hauptschnur.


    Höhere Steifigkeit

    Fluorocarbon ist etwas steifer als monofile Schnur.

    Das kann dazu führen, dass sehr kleine Köder manchmal etwas weniger natürlich laufen.

    Besonders bei ultraleichten Ködern kann dieser Unterschied auffallen.


    Weniger Dehnung

    Die geringere Dehnung hat zwar Vorteile – aber auch einen Nachteil.

    Fluchten von Forellen werden weniger abgefedert.

    Gerade bei dünnen Vorfächern muss deshalb die Bremse der Rolle gut eingestellt sein.


    Was ist monofile Schnur?

    Monofile Angelschnur besteht meistens aus Nylon und ist seit Jahrzehnten ein Klassiker unter den Angelschnüren.

    Viele Angler haben ihre ersten Forellen genau mit dieser Schnur gefangen.

    Und auch heute hat monofile Schnur noch viele Vorteile.


    Vorteile von monofiler Schnur

    Gute Dehnung

    Monofile Schnur besitzt eine relativ hohe Dehnung.

    Das wirkt wie ein natürlicher Stoßdämpfer.

    Wenn eine Forelle plötzlich flüchtet oder stark kämpft, wird die Belastung besser abgefangen.

    Gerade bei:

    • dünnen Schnüren
    • kleinen Haken
    • ultraleichtem Gerät

    kann das sehr hilfreich sein.


    Geschmeidigkeit

    Monofile Schnur ist meist sehr weich und flexibel.

    Dadurch laufen viele Köder besonders natürlich im Wasser.

    Vor allem kleine Spinner oder Forellenblinker profitieren davon.


    Günstiger Preis

    Ein großer Vorteil ist natürlich der Preis.

    Monofile Schnur ist deutlich günstiger als Fluorocarbon.

    Gerade für Einsteiger ist das ideal.


    Einfache Handhabung

    Mono lässt sich meist sehr leicht knoten und handhaben.

    Viele klassische Angelknoten funktionieren damit problemlos.


    Nachteile von monofiler Schnur

    Natürlich gibt es auch hier einige Nachteile.

    Sichtbarer im Wasser

    Monofile Schnur ist für Fische deutlich leichter sichtbar.

    In sehr klaren Gewässern kann das dazu führen, dass Forellen vorsichtiger werden.


    Geringere Abriebfestigkeit

    Im Vergleich zu Fluorocarbon ist monofile Schnur meist weniger abriebfest.

    Kontakt mit Steinen oder Muscheln kann schneller zu Schäden führen.


    Nimmt Wasser auf

    Monofile Schnur kann mit der Zeit Wasser aufnehmen.

    Dadurch verändern sich teilweise ihre Eigenschaften.


    Fluorocarbon oder monofile Schnur – was ist besser?

    Die ehrliche Antwort lautet:

    Es kommt darauf an.

    Viele erfahrene Forellenangler nutzen deshalb eine Kombination aus beiden Schnüren.

    Ein häufig genutztes Setup sieht so aus:

    Hauptschnur:

    • Geflochtene Schnur oder monofile Schnur

    Vorfach:

    • Fluorocarbon

    So bekommt man:

    • gute Köderkontrolle
    • unauffällige Präsentation
    • hohe Abriebfestigkeit

    Meine Empfehlung für Forellenangler

    In den meisten Situationen hat sich folgende Kombination bewährt:

    Fluorocarbon als Vorfach.

    Warum?

    • unauffällig für die Forelle
    • robust gegen Abrieb
    • gute Köderkontrolle

    Die Hauptschnur kann dann je nach Angelstil gewählt werden.


    Fazit

    Sowohl Fluorocarbon als auch monofile Schnur haben ihre Berechtigung beim Forellenangeln.

    Fluorocarbon überzeugt durch:

    • geringe Sichtbarkeit
    • hohe Abriebfestigkeit
    • gute Köderkontrolle

    Monofile Schnur punktet mit:

    • hoher Dehnung
    • Geschmeidigkeit
    • günstigem Preis

    Die beste Lösung ist oft eine Kombination aus beiden Schnurtypen.


    Jetzt bist du dran

    Wie angelst du auf Forelle?

    👉 Nutzt du lieber Fluorocarbon oder monofile Schnur?

    Oder setzt du – wie viele Angler – auf eine Kombination aus beiden?

    Schreib deine Erfahrungen gerne in die Kommentare.

    All times- tight lines

    Euer Klaus

  • Beissen Forellen nachts? | Fragen-Freitag

    forellen-fieber.de/beissen-forellen-nachts

    Nachtangeln auf Forellen – Warum Forellen manchmal nachts besser beißen


    Fragen-Freitag – Du fragst, der Forellen-Experte antwortet

    Die erste Frage für unseren Fragen-Freitag kommt von Florian aus dem Großraum Stuttgart.

    Er möchte wissen:

    Beissen Forellen auch nachts – oder sogar besser als am Tag?

    Das Nachtangeln auf Forellen wird von vielen Anglern unterschätzt. Gerade an kommerziellen Forellenseen – also Angelparks, Forellenteichen oder sogenannten „Puffanlagen“ – kann die Nacht jedoch eine der erfolgreichsten Zeiten überhaupt sein.

    Der Grund liegt vor allem im Angeldruck, der an solchen Gewässern tagsüber extrem hoch sein kann. Wenn sich die Situation am Wasser verändert, verändert sich häufig auch das Verhalten der Forellen.

    In diesem Artikel analysieren wir, warum Forellen nachts manchmal aktiver werden und welche Faktoren beim Nachtangeln wirklich entscheidend sind.


    Angeldruck – wenn für die Forellen „Feierabend“ ist

    An vielen kommerziellen Anlagen herrscht tagsüber reger Betrieb.
    Viele Angler, ständig einschlagende Montagen und permanent geführte Köder sorgen für Dauerstress unter Wasser.

    Typische Faktoren am Tag:

    • viele Würfe mit Sbirolino- oder Bombardenmontagen
    • ständig geführte Spoons oder Spinner
    • Bewegung und Schritte am Ufer
    • häufige Schnurbewegungen im Wasser

    Gerade größere oder ältere Forellen reagieren darauf mit Vorsicht.

    Ruhephase am Abend

    Sobald die meisten Angler das Gewässer verlassen, kehrt Ruhe ein. Genau dann lässt sich häufig eine deutliche Verhaltensänderung beobachten:

    • Forellen verlassen tiefere Rückzugsbereiche
    • sie patrouillieren wieder entlang der Uferkanten
    • sie suchen aktiv Flachwasserzonen und Strukturen auf

    Das kann die Chancen auf vorsichtige oder kapitalere Forellen erheblich erhöhen.


    Forellen sind Sichträuber – aber nicht nur!

    Forellen gelten als klassische visuelle Räuber. Trotzdem sind sie keineswegs ausschließlich auf Tageslicht angewiesen.

    Ihr Sinnesapparat arbeitet deutlich vielseitiger.

    Restlicht reicht oft aus

    Die Augen der Forelle sind sehr lichtempfindlich. Selbst bei schwachem Restlicht – etwa durch:

    • Mondschein
    • Sternenlicht
    • reflektierende Wasseroberfläche

    können Forellen noch Bewegungen und Silhouetten erkennen.

    Das Seitenlinienorgan – der „Radar“ der Forelle

    In der Dunkelheit wird ein anderes Sinnesorgan besonders wichtig: die Seitenlinie.

    Mit ihr registriert die Forelle kleinste Druckwellen im Wasser, zum Beispiel:

    • taumelnde Spoons
    • vibrierende Gummiköder
    • zappelnde Naturköder

    Dieses System funktioniert auch bei völliger Dunkelheit.

    Geruch und Geschmack

    Auch der Geruchssinn spielt eine Rolle – besonders an kommerziellen Forellenseen.

    Nachts reagieren Forellen häufig stärker auf eiweißreiche Naturköder, zum Beispiel:

    • Bienenmaden
    • Tauwürmer
    • Lachsrogen
    • aromatisierter Forellenteig

    Während tagsüber oft Farbe und Reflektion des Köders dominieren, können nachts Vibration, Duft und Silhouette entscheidend sein.


    Die Rolle der Mondphasen

    Viele Angler fragen sich, ob der Mond das Beißverhalten beeinflusst.

    Tatsächlich wirkt der Mond zumindest über die Lichtverhältnisse im Wasser.

    Vollmond

    Bei hellem Mondlicht können Forellen vorsichtiger werden, besonders in klaren Gewässern.

    Sie erkennen dann leichter:

    • Schnüre
    • Haken
    • unnatürliche Bewegungen

    Oft stehen sie dann tiefer oder weiter draußen.

    Neumond oder dunkle Nächte

    In dunklen Nächten patrouillieren Forellen häufig näher am Ufer.

    Besonders interessant sind dann:

    • Flachwasserzonen
    • Übergänge von flach zu tief
    • Uferkanten
    • Strukturen

    Dort können sie Nahrung aufnehmen, ohne selbst leicht gesehen zu werden.

    Praxis-Tipp

    Bei hellem Mondlicht lohnt es sich häufig, feiner zu fischen:

    • dünnere Vorfächer
    • Fluorocarbon statt Monofil

    Fluorocarbon ist unter Wasser deutlich weniger sichtbar.


    Köderfarben – der Kontrast entscheidet

    Auch nachts spielt Farbe eine Rolle – allerdings anders als am Tag.

    Viele erfolgreiche Nachtangler setzen bewusst auf dunkle Köderfarben.

    Schwarz und Dunkelblau

    Diese Farben erzeugen eine starke Silhouette.

    Wenn eine Forelle von unten nach oben blickt, hebt sich ein dunkler Köder deutlich gegen den helleren Hintergrund der Wasseroberfläche ab.

    Das kann den Köder besser erkennbar machen als helle Farben.

    Glow- und UV-Köder

    An kommerziellen Forellenseen können auch Glow- oder UV-aktive Köder hervorragend funktionieren.

    Gerade bei Zuchtforellen lösen sie oft Neugier oder Reizreaktionen aus.

    Besonders effektiv sind Glow-Effekte bei:

    • Forellenteig
    • kleinen Softbaits
    • Gummiködern

    Viele Forellen reagieren nachts sehr aggressiv auf solche Reize.


    Geräusche – der oft unterschätzte Faktor

    Ein Punkt wird beim Nachtangeln häufig übersehen: Ruhe am Wasser.

    In der Dunkelheit reagieren Forellen oft deutlich sensibler auf:

    • Schritte am Ufer
    • schwere Einschläge von Montagen
    • hektische Bewegungen

    Deshalb lohnt es sich häufig:

    • leichtere Montagen zu verwenden
    • Würfe flacher ins Wasser zu legen
    • unnötige Bewegungen am Ufer zu vermeiden

    Je ruhiger es am Wasser ist, desto eher fühlen sich Forellen sicher genug, aktiv auf Nahrungssuche zu gehen.


    Fazit: Warum Nachtangeln oft unterschätzt wird

    Nachtangeln an kommerziellen Forellenseen kann erstaunlich erfolgreich sein – besonders dann, wenn:

    • tagsüber hoher Angeldruck herrschte
    • das Gewässer abends zur Ruhe kommt
    • Forellen wieder aktiv patrouillieren

    Entscheidend sind dabei vor allem:

    • eine ruhige Präsentation
    • eine deutliche Ködersilhouette
    • natürliche oder stark reizende Köder

    Gerade vorsichtige oder größere Forellen lassen sich in solchen Situationen oft leichter überlisten als im hektischen Tagesbetrieb.

    Häufige Fragen zum Nachtangeln auf Forellen

    Wann beißen Forellen nachts am besten?
    Oft beginnt die aktivste Phase kurz nach der Abenddämmerung. Auch die Stunden bis Mitternacht können sehr erfolgreich sein.

    Welche Köder funktionieren nachts beim Forellenangeln?
    Sehr erfolgreich sind Naturköder wie Bienenmaden oder Tauwürmer. Auch Forellenteig, Softbaits und dunkle Spoons können nachts sehr gut funktionieren.

    Welche Farbe funktioniert nachts beim Forellenangeln?
    Dunkle Köderfarben wie Schwarz oder Dunkelblau erzeugen eine starke Silhouette und werden von Forellen häufig besser wahrgenommen.

    All times- tight lines

    Euer Klaus